Laos, Kambodscha und das südliche Thailand

Im zweiten Teil meines Posts möchte ich Euch von unserem Besuch im Green Climbers Home in Laos berichten, von unserem Kulturtrip nach Kambodscha, unseren Tagen auf der wenig bekannten thailändischen Insel Koh Yao Noi und unserem kurzen Besuch von Tonsai.

Nach der Rückgabe unseres Mietwagens am Flughafen in Bangkok –!übrigens ohne einen zusätzlichen Kratzer!- flogen wir nach Nakhon Phanom im Osten Thailands, direkt an der Grenze mit Laos.

The Green Climbers Home, Laos

Unser Ziel war das ‚Green Climbers Home‘ nur wenige Kilometer hinter der thailändisch-laotischen Grenze nahe Thakhek. 2010 gingen die beiden deutschen Kletterer Tanja und Uli Weidner nach Laos um das Potential für neue Kletter-Gebiete zu erkunden. Von den Möglichkeiten, die sie vorfanden waren sie so begeistert, dass sie ihre Jobs zu Hause aufgaben und einfach blieben. Sie erbauten ein Camp für Kletterer im Zentrum einer fantastischen Ansammlung von Kalkwänden. Dank ihrer Bemühungen und der einiger Freunde gibt es inzwischen mehr als 300 Kletterrouten. Eine schöner als die andere.

Kurz nachdem ich 2012 zum ersten Mal im Green Climbers Home war, brannte das Camp fast vollständig ab und musste neu erbaut werden. Inzwischen gibt es ein zweites, etwas kleineres Camp direkt nebenan.

Nach der Überquerung der Grenze wurden wir schon bald durch die steilen Kegelkartsbildungen begrüßt. Wir spürten, dass ein paar gute Tage vor uns lagen.

Wenn Du Platten-Klettereien bevorzugst, gehe nicht nach Laos. Wenn Du dagegen steile 3D-Kletterei magst, bist Du dort genau richtig! Die Routen durch die großen Überhänge waren teilweise wirklich verwirrend – wir riefen beim Klettern häufig zum anderen hinab, um zu fragen, in welcher Richtung es weiter ginge? Links, rechts, vorwärts oder seitwärts? Fast jede Richtung fühlte sich an wie ‚nach oben‘ und trotzdem gab es meist nur einen richtigen Weg zur weit entfernten Dachkante. Purer Kletterspaß!

Glaub‘s oder nicht: es gibt eine 7er-Route durch dieses Dach. Sie heißt ‚Saugeburt‘ und Du musst durch ein zwei Meter langes horizontales Loch in der Mitte des Dachs klettern – folglich der Name. Man kann sich darin eine längere Pause gönnen aber die Crux, sich im Loch zu drehen, kommt erst an dessen Ende und es geht genauso steil weiter. Eine von Nancys Lieblingsrouten.

Jede Route beim Green Climbers Home ist ein kleines Abenteuer; eine Reise; ein Spiel des Drehens und sich Windens. Sogar die meisten 6er-Routen hängen wild über!

Diese Route oben war härter, aber sie hatte immer noch lächerlich große Griffe. Für mich nicht groß genug, – ich musste mich kurz vor dem Umlenker ins Seil hängen!

Es gibt auch eine Handvoll beliebter Mehrseillängen-Routen, die zu kleineren Gipfeln mit toller Aussicht führen.

Das Green Climbers Home bietet unterschiedliche Unterkunft Möglichkeiten – Du kannst ein Zelt mieten, kannst im Mehrbett-Dorm übernachten oder im privaten Bungalow. Tanja, Uli und ihr freundliches ausländisches und laotisches Personal bieten drei größere Mahlzeiten pro Tag an zu sehr vernünftigen Preisen. Der „Zustieg“ oder noch übertriebener der Anmarsch zu den meisten Felsen dauert zwischen zwei und zehn Minuten. Wenn Du wirklich verrückt bist und vollkommen alleine klettern willst, kannst Du auch 20 oder 30 Minuten durch teilweise gerodeten Urwald zu den Einstiegen spazieren. Die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit waren viel niedriger als irgendwo anders auf unserer Reise – ein paarmal hatten wir lange Hosen und PrimaLoft-Jacken an.
Ein unbedingt empfehlenswerter Besuch!!

Die Schönheit des Landes

Das ländliche Laos ist sehr arm. Aber wie auf der ganzen Welt –ob arm oder reich- die Kinder haben meistens eine riesen Gaudi.

In Teilen von Laos wird viel Holz eingeschlagen – sowohl legal als auch unerlaubt. Sogar die illegalen Waldarbeiter scheinen größtenteils diese massiven Bäume mit ihrer glatten Rinde stehen zu lassen. Leider ist es mir nicht gelungen, den Namen dieses Baums heraus zu finden – kennt ihn jemand?

Nicht jeder wird dieses Prachtexemplar einer Spinne unten schön finden, aber Ihr müsst zugeben, dass es eindrucksvoll groß ist! Es ist eine Jägersmann-Spinne (Huntsman Spider) und sie ist gemessen am Gesamtdurchmesser die größte Spinne der Erde. Diese Art wurde erst vor wenigen Jahren in den Karsthöhlen der Felsen neben dem Green Climbers Home entdeckt. Wir sahen mindestens 30 von ihnen in einer Höhle, die wir zwei Stunden lang erforschten. Wir sind froh, dass sie in ihren Höhlen bleiben!

Nancy und ich blieben 16 Tage im Green Climbers Home. Irgendwie hätten wir uns gewünscht, dass es drei Wochen gewesen wären. Mit einem längeren Besuch hätten wir eine mehrtägige Kletterpause für die Finger einlegen können, um unter anderem eine populäre Motorrad-Rundtour zu drehen, die sich nach einigem Abenteuer anhört. Nächstes Mal …

Etwas Umherreisen

Wir reisten 10 Tage ins südliche Laos und nach Kambodscha – Weihnachten und Neujahr stand vor der Tür und wir wollten gerne noch etwas mehr von beiden Ländern kennen lernen. Unser erster Halt war Pakse, wo wir einen Roller mieteten um die Bolvean Hochebene zu erkunden.

Die Bolvean Hochebene ist wegen seines Regenwaldes, seiner Wasserfälle und Kaffee-Plantagen berühmt. Wir hatten nur einen Tag Zeit – drei oder vier Tage könnte man hier leicht verbringen.

Mmmm … Kaffee! Es wird eigentlich ziemlich viel davon angebaut in Thailand und Laos. Seltsamerweise mussten wir ziemlich suchen, um „the real thing“ zu finden – die Supermärkte verkaufen nur Pulverkaffee.

Schwer verdaulich und inspirierend

Unser nächster Halt war Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas. Ein Freund, der kletternd ein Jahr um die Welt gereist war, hatte drei Wochen ohne zu klettern in Kambodscha verbracht. Er hatte uns vor unserer Abreise gesagt, es sei einer der besten Teile seiner ganzen Reise gewesen. Also wollten wir verstehen warum. Ich hatte von Pol Pot, den Khmer Rouge und dem Völkermord gehört, der in Kambodscha in den 1970er Jahren stattfand. Aber das war schon fast alles, was ich über Kambodscha wusste. Dieser Blog ist nicht der Ort, um auf Details einzugehen.

Aber zumindest möchte ich ansatzweise zum Ausdruck bringen, wie sehr die Kambodschaner in dieser Zeit gelitten haben müssen. Über Jahrzehnte. Sie waren an Krieg vor Pol Pot gewohnt, dieser hat dann 1/3 der Bevölkerung erst gefoltert und dann ermordet. Danach mussten die Kambodschaner weitere zehn Jahre Krieg ertragen, während denen Hunderttausende von Landmienen vergraben wurden. Es war ein wirklich tief emotionaler Teil unserer Reise. Nancy und ich wechselten uns darin ab, vollkommen von der Menschheit abgestoßen zu sein und anderseits überrascht zu werden wie widerstandsfähig und belastbar das menschliche Wesen ist.

Kambodscha hat trotz seines Mangels an finanziellen Mitteln einen erstaunlich guten Job gemacht einen niederschmetternden aber wichtigen Teil seiner Geschichte zu bewahren. Phnom Penh ist der Ort zu verstehen, was die Kambodschaner während der letzten vielen Jahrzehnte durchgemacht haben.

Nancy als Kanadierin war wirklich stolz das zu sehen! Kambodschaner und die Menschen vieler anderer Länder werden noch Jahre nach dem Kriegsende durch Landmienen schwer betroffen. 1996 ergriff Kanada die Initiative, die Welt zusammenzubringen um Landmienen fortan zu verbieten. Bis heute haben sich 162 Länder verpflichtet dies zu tun. 34 Länder der Vereinten Nationen nach wie vor nicht, einschließlich der U.S.A., China und Russland.

Unser nächster Halt:
Siem Reap und das berühmte Angkor Wat

Die weitläufigen Tempelanlagen von Angkor Wat nahe Siem Reap in Kambodscha kennen zu lernen war schon seit langem auf meiner Löffelliste gestanden. Und wir hatten beide (leider) Lara Crofts „Tomb Raider“ gesehen. Damit waren wir gespannt, was uns in Angkor Wat erwarten würde. Letztlich verbrachten wir vier SEHR VOLLE Tage, um diesen erstaunlichen 200-Hektar-Tempel-Komplex zu erkunden und dort reichlich zu fotografieren. Wir haben noch ungefähr 4,000 weitere Fotos, falls diese irgendjemand gerne sehen möchte… 🙂

Das Essen

In Laos und Kambodscha sahen wir einige überraschende Optionen was man so alles essen kann. Viele davon fanden wir wirklich interessant – haben es aber vorgezogen uns aufs Fotografieren zu beschränken.

Frittierte Tarantel? Dieser Einheimische unten aß sie wie Kartoffelchips.

Ja, das unten ist eine Ratte. Anscheinend sind sie köstlich.

Diese Dame unten bot eine Art Büfett an – Schaben, Taranteln und „Aale am Stock“. Ich weiß nicht, was das auf der linken Seite ist. Aber wahrscheinlich nichts für Vegetarier.

Teller von Schaben „to go“ oben. Mag jemand zugreifen?
Das unten war eher in unserem Sinn!

Im Rückblick war unser Besuch in Kambodscha der Lieblingsteil unserer Reise. Auch wenn wir dort nicht zum Klettern gekommen sind. Zu verstehen, was die Kambodschaner in den letzten Jahrzehnten mitgemacht haben und sie jetzt als überaus freundliche Leute zu erleben, die schwer arbeiten um ihren Lebensstandard nach vorne zu bringen: das begeistert, motiviert und ist gut für die Seele.

 

Zurück zum Klettern

Am Ende unserer wirklich anstrengenden zehn Tage des Umherreisens verbrachten wir nochmals 30 Stunden in Taxis, in Bussen, in TukTuks und auf einem Longtail-Boot um zur uns magisch anziehenden Insel Koh Yao Noi, unweit von Krabi zu gelangen.

Auf der muslimisch bevölkerten Insel Koh Yao Noi kletterten wir mehrere SUPERSCHÖNE Mehrseillängen-Routen direkt über dem Meer und seiner angenehmen Brise. Kletterer gehen selten auf diese etwas abgelegene thailändische Insel, weil das Erreichen der Felsen eine einstündige Allrad-Moped-Anfahrt beinhaltet. Die es aber vollkommen wert ist. Nochmals ein echtes Highlight unserer Südost-Asien-Tage.

Tonsai

Für die letzten fünf Tage unserer Reise gingen wir noch zum Strand und zu den Klettereien von Tonsai. Für mich das vierte Mal schon. Viele der Sportkletterrouten sind inzwischen leider etwas poliert, aber die Mehrseillängen Routen sind nach wie vor fantastisch. Ich empfehle, zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar nicht nach Tonsai zu gehen – es hat doch wirklich viele Kletterer dort!!!!

Das Ende

Bist Du noch wach? Es ist doch etwas lang geworden. Aber es war eine wirklich großartige Reise mit vielen, vielen schönen Abenteuer!

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